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Traumgarten durch Gartenräume

Traumgarten durch Gartenräume

Freiraum und Rückzugsort für eine Auszeit vom Alltag – beides vereint ein Garten. Die Sehnsucht danach ist nicht neu, aber größer denn je. Den Außenbereich so zu gestalten, dass er Wohlbefinden ausstrahlt, ist allerdings eine Kunst für sich. Raumbildung ist hier das Schlüsselwort.

Viele Gartenbesitzer konzentrieren sich bei der Planung ihres Gartens auf die Füllung der Pflanzbereiche oder die Platzierung verschiedener Aufenthaltsbereiche. Auch wenn sich die Gartenidee beim Blick auf den Plan als recht ansprechend darstellt, entpuppt er sich nach Fertigstellung oftmals nur als mäßig attraktiv. So weit der Betrachter auch schaut, es will sich einfach nicht die erhoffte Traumgartenstimmung einstellen. Es fehlt die optische Raumbildung, die nicht nur Struktur und System, sondern auch Tiefe und Spannung in den Garten bringt.

Wird ein Garten in mehrere Räume aufgeteilt, so wirkt er automatisch größer, weil er nicht auf einen Blick erfasst werden kann. Der Garten wirkt interessanter, weil ein Teil immer verborgen bleibt und vom Betrachter aus erst entdeckt werden muss. Automatisch wollen wir schmale Pfade entlang gehen und nachprüfen, was sich hinter einer Buchenhecke mit Durchgang befindet.

Intuitiv haben wir die Kunst der Raumgestaltung in uns, denn jeder neue Hausbesitzer weiß automatisch, dass die Grenzen des Grundstücks als erstes gestaltet werden müssen. Daher wird im Garten meist als erstes eine Zaunbegrenzung aufgestellt. Mit dieser „Grenzgestaltung” lässt man einen ersten Raum entstehen: den Gartenraum. Nun wird es schwieriger: Die „Außenwände“ stehen zwar, aber wie definiert man weitere Räume im Garten. Folgende Frage sollte die erste sein: Welche Räume brauche ich in meinem Garten? Eine Liste aller Funktionsbereiche (Räume) anzufertigen, die eine bestimmte Funktion im Garten übernehmen sollen, ist sehr sinnvoll. Mögliche Räume: Terrasse, Sitzplätze, Ruhe-/Wellness-zonen, Kräutergarten, Gemüsegarten, Teich/ Wasserspiel, Spielplatz, Geräteschuppen, Rasen, Stauden-beete oder Grillplatz. Eine nicht ganz unwichtige Voraussetzung für die Definition und Verteilung der Funktionsbereiche ist die Kenntnis über die Standortbedingen in den verschiedenen Zonen des Gartens (Bodenbeschaffenheit, Beschattung).

Der zweite Punkt ist die Abwägung, welche Räume, wo und wie logisch angeordnet werden können. Hierfür sollte man die passenden Räume miteinander gedanklich verbinden. So passt bspw. der Grillplatz in die Nähe der Terrasse oder in die Nähe eines externen Sitzplatzes. Der Kompost passt zum Gemüsegarten. Der Rasen und der Spielplatz ergeben nebeneinander Sinn. Der Kräutergarten kann auch in der Nähe des Grillplatzes stehen, so kann man mit frischen Kräutern beim Grillen würzen. Ein Teich wirkt wunderschön neben einem Staudenbeet; inmitten einer Rasenfläche jedoch oftmals deplatziert.

Der nächste Schritt besteht nun in der Planung des Aufbaus eines einzelnen Gartenraumes, wobei sich ein Raum durch den „Boden” und „Wände” definieren. Manchmal auch durch eine „Decke”.

Beginnen wir zuerst mit den Böden. Räume können – wie auch im Wohnraum – durch unterschiedliche Bodenbeläge kenntlich gemacht werden. Für den Garten bieten sich verschiedenen Materialien an: Stauden, Rasen, Pflastersteine, Mulch, Kies, Holz, Wasser, Glassteine, Outdoorteppiche usw. Jedes Material hat ein eigenes Feeling. Kies verführt zum Schlendern, es macht „knusprige“ Geräusche wie in einem Biergarten. Pflastersteine hingegen halten uns eher dazu an, etwas zügiger zu gehen. Wichtig ist allerdings: Kein Materialmix. Zu viele verschiedene Materialien in einem Gartenraum wirken unruhig.

Die „Wände” grenzen nicht nur Gartenräume ab, sondern sind wesentlicher Bestandteil davon, dass Räume überhaupt wahrgenommen werden. Mögliche „Wände“ können sein: Heckensträucher, Zäune, Pergola und Pavillons, Stauden, Mauern, feststehende Wandelemente, Kletterpflanzen, Rankgerüste, Skulpturen oder auch verspielte, funktionelle oder künstlerische Sichtschutzelemente (z.B. ein hölzernes Raumtrenner-Element, in das Regale oder Sitzgelegenheiten eingearbeitet werden). Diese Wände sind vergleichsweise hoch und grenzen deutlich einen Raum ab. Es geht aber auch anders. Eine Einfassung mit Buchs oder Lavendel kann auch einen Raum einfassen. Es muss also nicht hoch sein, 

es reicht bereits eine Andeutung, dass hier ein neuer Raum beginnt. So können z.B. auch 4 schmale Säulenbäume in jeder Ecke einen gedachten Raum schaffen. Auch eine kleine Natursteinmauer kann bereits einen Raum im Garten bilden. Diesen Effekt kann man verstärken, indem man Sitzplätze tiefer oder höher legt als die umschließende Rasenfläche. Hier wird mit Ebenen gearbeitet. – Wenn der Sitzplatz noch mit Kies gestaltet ist, so hebt sich dieser bereits sehr gut als ein getrennter Raum vom Rasen ab. Ein kleiner Zaun mit Weidenruten bildet ebenso ein Raumgefühl, vor allem, wenn der Bereich noch mit einem Rosenbogen oder ähnlichem betreten wird.

Zu bedenken ist, dass manche Bereiche eine stärkere Abtrennung benötigen als manch andere. So ist z.B. ein Gemüsegarten stärker vom eigentlichen Garten abgetrennt, was durchaus sinnvoll ist, denn eine stärkere Abtrennung schafft ein besseres Mikroklima im Gemüsegarten und er wird besser vor Eindringlingen geschützt.

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und entwerfen Sie Ihre eigenen Gartentraum-Wohnräume!


Ihr Querbeet-Team