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GARTEN(T)RÄUME

Jahrtausendelang waren Gärten geschlossene Räume. Angefangen von den ersten nachgewiesenen Gärten in der Region des Zweistromlandes zwischen Euphrat und Tigris über die maurischen Anlagen im Süden Spaniens bis hin zu den Klostergärten des Mittelalters schützte der eingefriedete Garten vor den Unbilden der Natur. Und selbst als sich in Renaissance und Barock die Gärten nach außen hin öffneten, sorgte die Geometrisierung des Terrains für raumähnliche Strukturen. Das geschieht im Kleinen auch heute wieder. Winzige Areale werden umfriedet und unterteilt und schaffen für den gestressten Bürger dein Stück Privatsphäre und freiem Himmel.

Der bürgerliche Garten mit Beeten und Rasenflächen und vielleicht einigen Obstgehölzen auf immer kleiner werdenden Flächen wird der Prototyp des Privatgartens. Die Welt wird immer unübersichtlicher, die Natur ist auf dem Rückzug. Kein Mensch will mehr über den Gartenzaun schauen. Man weiß, dass der Blick an der Hauswand des Nachbarn oder an einer Straßentrasse gegenüber endet. Und so schaffen wir uns in unserem immer kleiner werdenden Außenräumen lieber ein Stück behagliche Privatheit, einen Zufluchtsort oder gar einen „Wohnraum unter freiem Himmel“. Hier wird gegessen, gespielt, geplaudert, gelesen und gearbeitet. Für all diese Zwecke ist es deshalb durchaus notwendig, den nach außen verlagerten „Wohnraum Garten“ in verschiedene Zimmer zu unterteilen. Raumtrennungen können durchaus durch vertikale pflanzliche „Mauern“ in Form von Hecken, Stauden, Gräsern erfolgen, in kleinen Gärten ist dies jedoch nicht immer möglich. Und so werden hier mit optischen Abgrenzungen in Form von variierenden Bodenbelägen oder durch das Anlegen von Ebenen durch kleine Treppen Räume erzeugt. Städtische Gärten orientieren sich dabei immer häufiger an der Einrichtung des Hauses, zumal es oftmals fließende Übergänge zwischen Haus und Garten durch bodentiefe Fenster oder offene Wintergärten gibt.

Soll der Garten wie auch die Wohnung multifunktionalen Aspekten genügen, empfiehlt sich durchaus eine Unterteilung durch Sichtschutzelemente. Insbesondere bei Familiengärten. Wo auch immer es geht, sollen Kinder im Garten spielen können. Gleichwohl möchte man als Erwachsener nicht Sandkasten, Rutsche, Schaukel oder auch Klettergerüst vor Augen haben. Hier können optisch voneinander separierte Räume Wunder wirken.